Städtereisen nach Polen - Entdecken Sie Warschau, Danzig, Krakau und andere Metropolen Polens

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Wie wäre es mit einer Städtereise nach Krakau, Warschau oder Danzig?

Polens Städtetourismus hat Vieles zu bieten. Sie haben die Qual der Wahl...

Jahrzehntelang bestimmte "Heimweh-Tourismus" die Motive deutscher Besucher in Polen, und das Durchschnittsalter der Reisenden schien von Jahr zu Jahr zu steigen. In den neunziger Jahren aber gab es eine Trendwende: Polen wurde zum Beispiel als Ziel von Klassenfahrten gefragt. Krakau und Warschau sind für Jugendliche, die die westlichen Metropolen kennen, echtes Neuland. Doch auch Sprachprobleme und eine noch nicht landesweit voll erschlossene touristische Infrastruktur sorgen dafür, dass die meisten Besucher in den Städten bleiben - allen Naturschönheiten Polens zum Trotz.
Ein unbedingtes Muss ist Krakau, die alte Königsstadt im Süden des Landes, die als einzige größere Stadt Polens im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde. Die Altstadt strahlt noch immer den gemächlichen Charme einer Provinzmetropole des Habsburgerreiches aus, zu dem die Region im 19. Jahrhundert gehörte. Die engen Straßen lassen sich gut zu Fuß erkunden. Bistros, Kaffeehäuser und Studentenkneipen laden überall zum Verweilen ein. Krakaus großer Markt mit seinen gotischen Tuchhallen, in denen heute ein Museum, Restaurants und Andenkenläden untergebracht sind, wirkt auf viele Besucher wie ein Magnet. Hier lässt sich unter dem Denkmal des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz rasten, während alte Frauen die Tauben füttern, Blumenverkäuferinnen auf Kunden warten und vom Turm der Marienkirche der Turmbläser den traditionellen "Hejnal" anstimmt - ein Trompetensignal, mit dem einst ein Wächter die Stadt vor einem Tatarenangriff warnte. Das Signal bricht unvermittelt ab - an der Stelle, an der der historische Wächter von einem Pfeil der Angreifer getroffen worden sein soll. Vor allem im Sommer zieht sich ein Strom polnischer Schulklassen den klassischen "Königsweg" vom Marktplatz zum Königsschloss auf dem Wawelberg hinauf. Dort sind nicht nur die Museumssammlungen von historischen Waffen und Gobelins zu sehen, sondern auch die Gräber polnischer Könige in der Gruft. Ebenfalls auf dem Wawel befindet sich die Kathedrale mit der mehr als drei Tonnen schweren "Siegmunt"-Glocke, die nur zu besonderen Anlässen geläutet wird. Vom Wawel lässt sich nicht nur das Panorama der Altstadt genießen, es ist auch nicht mehr weit nach Kazimierz. Jahrzehntelang war der alte jüdische Stadtteil verlassen und verwahrlost. Seine Wiederentdeckung begann mit Steven Spielbergs Dreharbeiten zu dem Film "Schindlers Liste". Inzwischen ist Kazimierz für viele junge Leute ein "In-Viertel" geworden, aber es zieht auch alle an, die sich für die Geschichte und Kultur der polnischen Juden interessieren. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Polen 3,5 Millionen Juden, ein Zehntel der Bevölkerung, und erst in den vergangenen Jahren entstand ein Bewusstsein für diesen mit dem Holocaust untergegangenen Teil polnischer Identität. Auf dem alten jüdischen Friedhof in Kazimierz pilgern noch heute orthodoxe Juden aus aller Welt zum Grab des Rabbi Remuh. In Lodz, der alten Textilmetropole, befindet sich der größte jüdische Friedhof der Welt mit mehr als 100.000 Gräbern. Und in der Hauptstadt Warschau, wo die Spurensuche nach dem alten Ghetto mühsam ist, soll ein Museum zur Geschichte der polnischen Juden entstehen. Warschau ist für viele Polen-Reisende häufig ein "Anhängsel", ein Zwischenstopp zwischen Krakau und Danzig. Zu spröde sei die im Krieg völlig zerstörte Stadt, meinen viele. Dabei wurde die Altstadt detailgetreu wieder aufgebaut. Der anfangs gehasste stalinistische Kulturpalast wird inzwischen von den meisten Warschauern milde belächelt - nach kommunistischen Parolen suchen Touristen inzwischen allerdings vergeblich. Der Lazienki-Park mit der alten Sommerresidenz der polnischen Könige ist eine grüne Oase im hektisch wirkenden Regierungsviertel. In den Sommermonaten wird sonntags unter dem Frederic-Chopin-Denkmal Klavier gespielt - und zwar ausschließlich Chopin-Stücke, ein Geschenk der Stadt für alle Musikfreunde.
Herrscht in Warschau geschäftiges Treiben und in Krakau beinahe südliches Flair, so lässt sich in Danzig die Tradition der Hansestadt nicht verbergen. Der mittelalterliche Ostseehandel hat auch in der Architektur Danzigs Spuren hinterlassen. Deutsche, flämische und skandinavische Baumeister wirkten in der weltoffenen Hafenstadt, in der vor fast 25 Jahren erneut Geschichte geschrieben wurde. Auf dem Gelände der ehemaligen Leninwerft, die nach der Wende Bankrott machte, befindet sich heute das "Museum der Solidarität". Im Sitzungssaal des Streikkomitees von 1980 sind heute unter anderem die Holztafeln mit den "21 Forderungen" zu sehen, die am Anfang des Ringens um freie Gewerkschaften und politische Reformen stand. Literaturfreunde können in Danzig auf den Spuren von Günter Grass wandeln, der längst Ehrenbürger seiner Geburtsstadt ist.
Besucher aus Deutschland lösen längst keine Ängste mehr aus, auch auf die polnische Version der Städtenamen wird nicht bestanden. Ob Danzig oder Gdansk, Breslau oder Wroclaw - die Städte sind seit langem selbstverständliche Heimat der Generation junger Polen, die hier geboren und aufgewachsen ist. Das Kulturerbe der ehemaligen Einwohner etwa in Breslau wird ebenso liebevoll gepflegt wie das der Vorfahren, die nach 1945 aus dem heute ukrainischen Lemberg nach Breslau umsiedeln mussten und unter anderem das monumentale Schlachtengemälde "Panorama von Raclawice" mit in ihre neue Heimat brachten.
Posen (Poznań) mit seinen heute 600.000 Einwohnern ist das Verwaltungszentrum der Woiwodschaft Großpolen. Schon 1231 erhielten die Kaufleute von Poznan das Privileg, ihre Waren während der Dominicuswoche steuerfrei anzubieten. Durch die günstige Verkehrslage entwickelte sich die Stadt seit dem 14. Jahrhundert zu einem wichtigen Handelszentrum. Seit 1925 gibt es die Industriemesse in ihrer heutigen Form. Sie findet jedes Jahr im Juni auf dem 18 Hektar großen Messegelände statt. Das 1.000jährige Posen ist nicht nur eine florierende Handels- und Industriestadt, sondern bietet im wieder aufgebauten Stadtzentrum auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Zu den wichtigsten zählt das Rathaus am Altmarkt. Es entstand um 1550 unter Leitung des italienischen Baumeisters Giovanni Battistda di Quadro und gilt als bedeutenstes Bauwerk der Renaissance in Polen. Die reich verzierte Fassade des Rathauses präsentiert sich nach der Renovierung in strahlenden Farben. Jeden Mittag um 12 Uhr erklingt das Turmlied, dann öffnen sich die Metalltüren über der Turmuhr und die berühmten Posener Böckchen springen heraus. Ein Schmuckstück ist der wertvolle Rokoko-Saal im 1. Stock des Rathauses. Vor dem Gebäude befindet sich eine Kopie des ehemaligen Prangers sowie ein in Sandstein gemeißelter Brunnen aus dem 18. Jahrhundert. Den großen Altmarkt (Stary Rynek) säumen reizvolle Bürgerhäuser aus unterschiedlichen Epochen, darunter Kramläden aus dem 16. Jahrhundert. Läden und Cafés haben sich dort angesiedelt. Unter den Arkaden verkaufen Kunstmaler ihre Gemälde. In der Altstadt rund um den Markt finden sich sehenswerte Gotteshäuser, darunter die ehemalige Jesuitenkirche, ein sehr schöner Barockbau. Warthe und Cybina umfließen die Dominsel (Ostrów Tumski) östlich der Altstadt. In diesem ältesten Teil von Posen drängen sich viele historische Bauwerke. Vor 1.000 Jahren stand dort eine Burg. Heute wird die Insel von der Peter-und-Paul-Kathedrale dominiert, die im 15. Jahrhundert ihre endgültige Form erhielt. In den Kellergewölben finden sich Überreste einer vorromanischen Kirche aus dem 10. und 11. Jahrhundert.
In Posen gibt es rund 20 Museen, darunter das "Muzeum Narodowe" mit einer bedeutenden Sammlung Alter Meister aus verschiedenen europäischen Ländern. Das Musikinstrumentenmuseum am großen Altmarkt zeigt unter anderem ein Klavier von Chopin. Über die Grenzen des Landes hinaus sind die Oper und das Tanztheater bekannt. Posen ist auch ein wichtiges Sportzentrum. Am östlichen Stadtrand gibt es das beliebte Sport- und Erholungszentrum Malta mit einer internationalen Regattastrecke und einer ganzjährig betriebenen Skipiste.
Mit 700.000 Einwohnern ist Breslau (Wrocław) die viertgrößte Stadt Polens und Verwaltungszentrum der Woiwodschaft Niederschlesien. Die Stadt an der Oder ist ein wichtiges Wirtschafts- und Wissenschaftszentrum. Im Jahr 2000 feierte Breslau die Gründung des Bistums vor genau 1000 Jahren.
Sehenswürdigkeiten: Bedeutendstes Baudenkmal ist das gotische Rathaus am Marktplatz (Rynek). Es wurde im 13. Jahrhundert begonnen und bis zum 16. Jahrhundert immer wieder um- und ausgebaut. Die Ostfassade schmückt eine astronomische Uhr aus dem Jahr 1580. An der Südseite findet sich der Eingang zur Piwnica Swidnicka, dem historischen Schweidnitzer Bierkeller.
Den alten Markt und den benachbarten Salzmarkt (Plac Solny) umgeben schöne Bürgerhäuser, die im gotischen und barocken Stil wieder aufgebaut wurden. Die Maria-Magdalena-Kirche am Markt stammt aus dem 14. Jahrhundert, das wertvolle romanische Portal ist noch 200 Jahre älter. Die Dominsel (Ostrow Tumski) gilt als der älteste Teil der Stadt. Spuren einer ehemaligen Fürstenburg stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Heute finden sich dort mehrere sehenswerte Sakralbauten. Der zweitürmige Johannesdom entstand zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert, die St. Ägidienkirche und die Kirche St. Martin reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück.
Auf der benachbarten Sandinsel (Wyspa Piaskowa) befindet sich die Kirche St. Maria auf dem Sande. Sie entstand im 14. Jahrhundert und besitzt einige wertvolle gotische Altare.Die kunstvoll ausgemalte Leopoldina-Aula im Hauptgebäude der traditionsreichen Universität gilt als einer der wertvollsten Barockräume Polens. Sie kann besichtigt werden. Die alte und moderne Architektur ist mit wunderbaren Grünanlagen umgeben. Im Zentrum der Stadt befindet sich der Szczytnicki Park, der im 18. Jahrhundert angelegt wurde, mit 370 verschiedenen Sträuchern und Bäumen und einem japanischen Garten. Für Spaziergänge eignen sich auch der botanische Garten mit dem grössten Kaktushaus Polens und der Zoo mit seinen über 650 verschiedenen Tierarten.
Breslau hat 13 Hochschulen, einschliesslich der Universität und der Technischen Hochschule. Besonders bekannt ist Breslau für die vielen internationalen kulturellen Veranstaltungen, die das ganze Jahr über stattfinden. Die bekanntesten sind "Wratislavia Cantans", ein Musik- und Kunstfestival und "Jazz an der Oder". Die Oper, Theater, Philharmonie und die vielen Clubs and Galerien sorgen dafür, dass es dem Besucher in Wroclaw nicht langweilig wird.

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