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Masuren-Reise
Masuren ist beliebter als je zuvor. Das Land der über 3000 Seen, ganz am Ostrand Polens, bietet noch etwas,
was man im hektischen Westeuropa vergeblich sucht: Idylle und Romantik – kurzum eine Natur- und Kulturlandschaft,
die viele Jahre unberührt war. In der Region zwischen der Provinzhauptstadt Olstyn und
der Kreisstadt Elk ticken die Uhren wunderbarerweise noch anders.
Ehemals war Masuren Teil des alten Ostpreußens, das nach dem Zweiten Weltkrieg geteilt wurde:
den Norden mit Königsberg bekam die damalige Sowjetunion, der Rest wurde polnisch. Historisch betrachtet besteht
Masuren seit Jahrhunderten aus zwei Regionen.
Masuren beschreibt das südliche Ostpreußen von der Ostgrenze bis Elk mit einer überwiegend evangelischen Bevölkerung,
die neben deutsch auch heute noch masurisch spricht, einen polnischen Dialekt. Als Ermland bekannt ist jedoch
die Gegend um Allenstein mit überwiegend katholischen Bewohnern.
An der Architektur der Kirchen, Städte und Dörfer kann man es erkennen: In Masuren musste man wehrhaft sein,
spätestens seit dem die Horden des deutschen Ritterordens im 13. Jahrhundert die Region zum Christentum bekehrten.
So erhebt sich hoch über der heutigen Hauptstadt Olstyn - Allenstein die mittelalterliche Ordensburg
mit einem markanten Rundturm, unter der die hübsche Altstadt liegt. Nikolaus Kopernikus hat hier zeitweise gelebt.
Der Astronom, der mit seiner bahnbrechenden Erkenntnis, dass sich die Erde um die Sonne dreht, das damalige Weltbild
der Kirche in Frage stellte, machte seine Beobachtungen vor allem in Frauenburg am Frischen Haff.
Der Ort ist allein schon wegen seiner Kathedrale, die zu einer der wichtigsten der Backsteingotik zählt,
einen Ausflug wert. Kopernikus lebte hier ab 1512 bis zu seinem Tod 1543 und diente als Domprobst – ein Job,
der ihm offenbar reichlich Zeit für seine Forschung ließ.
Burg, Kloster, Kaserne – Malbork Marienburg war seit 1309 alles in einem. Als Sitz der Hochmeister
des deutschen Ordens aber war die nach der Muttergottes benannte Festung von jeher ein Zentrum der Macht.
Die Anlage ist eindrucksvoll wegen ihrer Größe. Über Jahrhunderte wurde immer wieder darangebaut.
Das Rot der Backsteine, dicke Mauern und mittelalterliche Festungsbauten prägen die Ortschaften in Masuren,
da mag einem die barocke Anlage der Wallfahrtskirche Heilige Linde fast wie eine Fata Morgana erscheinen.
Beinahe mit österreichisch-italienischer Heiterkeit streben die Kirche und das Jesuiten-Kloster in den Himmel.
Die Kirche beherbergt eine bekannte Orgel mit beweglichen Figuren, die zu jeder Stunde (ab 9.50 bis 17.30 Uhr) gespielt wird.

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