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Kaschubien
Kaschubien das Land am nördlichsten Zipfel
Polens wurde durch den Roman "Die Blechtrommel" von Günter
Grass berühmt und ist vor allem für Naturliebhaber und
Radfahrer eine Reise wert. Wer kennt sie nicht, Anna Bronski, die
kaschubische Großmutter des Blechtrommlers Oskar Matzerath?
Günter Grass setzte mit ihr dem westslawischen Volksstamm der
Kaschuben, die den einen stets zu wenig deutsch und den anderen zu
wenig polnisch waren, ein literarisches Denkmal. Überwiegend
Bauern und Fischer, besaßen die Kaschuben nie einen eigenen
Nationalstaat und gerieten immer wieder zwischen die
Mühlsteine der Geschichte. Etwa 200.000 Nachfahren vom
slawischen Stamm der Kaschubei leben noch in der Region, heute wird
ihre Kultur staatlich gefördert.
Kaschubien umfasst nicht nur den Küstenabschnitt mit
breiten, oft menschenleeren Stränden nordwestlich von Danzig,
sondern auch im Landesinneren ein reizvolles Seengebiet, die
Kaschubische Schweiz, auf polnisch Pojezierze Kaszubskie. Das
typische Moränengebiet mit eiszeitlichen Hügeln von bis
zu 200 Metern und rund 250 Seen gilt als eines der
größten polnischen Waldgebiete. Die gesamte Region ist
sehr dünn besiedelt. Besucher erwarten alte Gehöfte und
gepflegte Dörfer, verträumte Alleen, auf denen auch heute
noch Pferdefuhrwerke auf dem staubigen Sommerweg neben der Fahrbahn
her zockelt. Auch in der Hochsaison ist es nicht schwer, irgendwo
ein ruhiges, schönes Plätzchen zum Baden zu finden.
Kaschubien ist kein flaches Land, sanft gewellt erscheint die
Moränenlandschaft, die bis an die Küste heran reicht.
Tiefe Einschnitte zwischen steil ansteigenden Hügeln, sanfte
Kuppen und weite Weiden und Felder bestimmen im Wechsel mit
Wäldern und Seen das Bild. Direkt am Meer folgen dann
Salzwiesen, Moor- und Sumpfgebiete, die nur noch durch die
Küstenwälder vom Strand getrennt sind. Auch die
Küste selbst ist abwechslungsreich.
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